Unternehmensführung in der Pandemie

Im Gespräch mit Stefan Gloor

Stefan Gloor übernahm dieses Jahr die ARGUS Geschäftsführung. Es war ein Start mit unbekannten Variablen. Das Ziel, die erste Adresse für Sicherheitsdienstleistungen im Heimmarkt Liechtenstein und der angrenzenden Schweiz zu bleiben sowie die Wachstumsstrategie für Remote-Services in der DACH Region zu verfolgen, behält er jedoch fest im Auge. Drei Fragen an Stefan Gloor.

ARGUS hat schnell auf die Pandemie reagiert. Was waren die ersten Massnahmen?

In den ersten Wochen waren wir alle mit einer Situation konfrontiert, von welcher niemand ahnte, welche Ausmasse sie annehmen würde. Als uns die Bilder von Hamsterkäufen erreichten, war klar: Das gerät ausser Kontrolle. ARGUS ist ein Sicherheitsunternehmen und es ist das oberste Ziel, den Betrieb 24 Stunden aufrecht zu erhalten. Und das ist unter anderem abhängig von der Verfügbarkeit unserer Mitarbeiter. Am Sonntag, den 23. Februar hielten wir eine Krisensitzung ab und beschlossen, so viele Mitarbeiter wie möglich in einem Hotel unweit unseres Standortes in Eschen unterzubringen. So konnten wir das Ausfallsrisiko durch etwaige Grenzschliessungen oder Quarantänemassnahmen reduzieren. Es war eine schwierige Zeit für die Mitarbeiter, die sich räumlich von ihren Familien getrennt haben. Ich bin immer noch stolz darauf, wenn ich an das Commitment und den Zusammenhalt zurückdenke, den wir dort erfahren haben.

Wie hat die Pandemie das Geschäft verändert?

Jeder von uns hat seine Verhaltensweisen durch die Pandemie angepasst und so verändert sich auch ein Unternehmen. Wir haben unsere Arbeitsbereiche komplett umgekrempelt und arbeiten mit einem Operation Split und grossen Abständen zwischen den Arbeitsplätzen. Wir sind in der priviligierten Situation, dass wir über genügend Büroflächen verfügen. Denn Homeoffice ist für unsere Alarmzentrale keine Option. Eine sichere, technische Infrastruktur ist die Grundbedingung für unsere Services. Unser Wachpersonal musste ebenfalls umdenken und zusätzliche Hygienemassnahmen und -ausrüstung in die Routinen einbinden. Die grössten Auswirkungen hatten die Absagen von Veranstaltungen und die Geschäftsschliessungen während des Lockdowns. Gleichzeitig bekamen wir aber auch beispielsweise Zuspruch im Bereich Kältefernüberwachung: der Lebensmittelhandel blieb geöffnet, unsere Services sind für die Überwachung von Kälteanlagen systemrelevant. Aufgrund von Homeoffice zählen auch viele Unternehmen auf den ARGUS Telefonservice, damit sie weiterhin für Ihre Kunden erreichbar bleiben.

Was ist für die Zukunft wichtig?

Ich leite ein Unternehmen mit einer gesunden Substanz. In Krisenzeiten ist das ein entscheidender Vorteil. Wir setzen darauf, unsere geplanten Investitionen in Mitarbeiter und Servicequalität auch 2021 umzusetzen um ARGUS weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sind wir in der Lage flexibel auf neue Marktanforderungen zu reagieren. Das sind die Schlüsselfaktoren um unseren Erfolg nachhaltig zu sichern.

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